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Rot = geradelte Strecke von rechts unten (Baku) nach links oben (Sotschi) mit einem südlichen Abstecher nach Tiflis/Tbilissi und drei nördlichen Abstechern in den Kaukasus // kleine schwarze Punkte = Übernachtungen


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ROUTE:

Ich muss verkehrt herum fahren! Im Rahmen meines Projekts "Per Fahrrad nach Osten" bin ich letzes Jahr bis Sotschi am Nordufer des Schwarzen Meeres gekommen. Östlich davon befindet sich das geheimnisvolle Abchasien, völkerrechtlich ein Teil Georgiens, jedoch de facto seit dem Krieg 1992/93 unabhängig. Aus Russland über Abchasien nach Georgien einzureisen, stellt aus georgischer Sicht eine Grenzverletzung dar, da alle abchasischen Grenzen nicht mehr unter georgischer Kontrolle sind, man bekommt dort keinen georgischen Einreise-Stempel. Deswegen wird man spätestens bei der Ausreise aus Georgien wegen illegaler Einreise verhaftet und muss wahlweise mehrere Jahre in einem georgischen Gefängnis verbringen oder Tausende Dollar Strafe bezahlen. Daher umgekehrt von Baku über Georgien und erst dann durch Abchasien nach Sotschi, das müsste gehen. Sollte die Einreise aus Georgien nach Abchasien nicht klappen, wäre Plan B, es auf dem Schwarzen Meer zu umschiffen und zu versuchen, von Nordwesten bei Sotschi nach Abchasien einzureisen und rückwärts über den gleichen Grenzübergang wieder zurück.

VISUM:

Das Visum für Aserbaidschan habe ich vorab über die Botschaft in Berlin per Post besorgt. Man würde es aber auch direkt am Flughafen in Baku bekommen (war mir nicht klar gewesen, ob man sich tatsächlich darauf verlassen kann - man kann). Georgien ist visums-frei. Für Russland habe ich ein Doppel-Einreisevisum im Pass, falls Plan B (s.o.) zum Zug kommt. Die ganzen russischen Abchasien-Urlauber kommen über die Grenze bei Sotschi. Per Fähre aus Georgien direkt nach Russland zu reisen geht übrigens nur für Ex-UdSSR Bürger, Ausländer müssen über ein Drittland, üblicherweise Türkei.

AUSRÜSTUNG:

Minimalistisch wie immer. Zum Beweis möchte ich erwähnen, dass mein einziger Fernradler-Gegenverkehr auf der ganzen Tour, Johann, mich anfangs für eine Tagestouristin gehalten hat und beinah nicht angehalten hätte, was eher schade gewesen wäre.

Konkret: zwei Ortlieb Radtaschen Back-Roller, eine für Biwaksachen (Daunenschlafsack, Therm-a-Rest-Isomatte und 4x5 m Plastikplane, kein Zelt), die andere für Kleidung, eine Lenkertasche für Papier- und Wertsachen sowie eine kleine Satteltasche für Drogerie. Werkzeug hatte ich nur das allernötigste dabei: Mini-Luftpumpe, Schlüssel und Imbus für die Montage der Pedale und Ausrichten des Lenkers nach dem Flugzeugtransport, Mini-Flickzeug mit zwei Flicken, ein Ersatzschlauch (der gleich nach der Landung in Baku draufging). Außerdem im Gepäck mein iPhone mit data-roaming flatrate, die Surferei hat aber nur in Aserbaidschan und am Ende der Reise in Russland funktioniert, in Georgien und Abchasien konnte ich mit dem Mobiltelefon nur telefonieren.

LITERATUR/KARTEN:

- „Aserbaidschan: Unterwegs im Land der Feuer", Trescher Verlag, 2009
- „Georgien: Handbuch für individuelles Entdecken", Reise Know-How Verlag, 2008
- IGN Karte „Géorgie, Russie, Méridionale" 1:750‘000
- und wie immer in der Lenkertasche: die Tour von „Chris on the bike“, Tour 22: Ankara-Baku (http://www.chris-on-the-bike.de/baku)